In den letzten
Monaten habe ich immer wieder versucht mir günstig eine besser
parallaktische
Montierung bei Ebay zu ersteigern. Vor ca. zwei Wochen habe ich dann
einen Auktion über eine, als "defekt" deklarierte, Bosma EM
11-A
entdeckt, die ich dann auch weiterhin beobachtet
habe. Die
Auktion lief an einem Freitag Abend um 19 Uhr irgendwas aus, da ich um
diese
Zeit wegen des von mir zu haltenden Trainings nicht
zu
Hause sein konnte, beschloss ich am Donnerstag Abend, in die bei ca.
65,- € stehende Auktion mit einem Gebot von 101,- Euro
einzusteigen. Da in der letzten Zeit Autionen
für paralaktische Montierungen immer
über 150,- €
endeten, dacht ich nicht im Traum daran, diese
Auktion mit den gebotenen 101-, € zu gewinnen.
Übrigens, bei der Bosma EM 11-A handelt es
sich um eine GoTo Montierung, d.h man kann auf Knopfdruck
einige
tausend Objekt ganz automatisch anfahren und dann im Gesichtsfeld
halten.
Als ich dann am Dienstag mittag zum Essen nach Hause kam, wartete
bereits ein Paket auf mich. Als ich das Paket geöffnet hatte
bot
sich mir dieses Bild:

Wie man es auch auf dem Bild erkennen kann, machte
der Alukoffer eine wirklich gute Figur.
Geöffnet sah der Koffer dann so aus:
Auf den ersten Blick macht die Bosma EM 11-A einen
sehr guten Eindruck..
Jetzt
ging es daran den "Defekt" der Montierung zu finden und zu beseitigen.
..
Die
Defekte
Zusammen
mit einem Freund, der sich in elektronischen Dingen gut auskennt,
gingen wir darüber den Defekt auszumerzen.
Nachdem wir die Montierung aufgebaut und alle Kabel angesteckt hatten
ging es ans Anschalten der Bosma. Die Reaktion die wir nach dem
einschalten beobachten konnten war, dass das Display der Handsteuerbox
nur orange leuchtete. Das Drücken der Tasten rief auch
keinerlei Reaktionen hervor. Wir klopften nun vorsichtig mit der
Handsteuerbox auf den Tisch und plötzlich sahen wir, dass auf
dem Display, im oberen Bereich von etwa 2 cm, teile vom Logo angezeigt
wurde. Nach einem
weiteren klopfen war dann schon der ¾ Bildschirm zu sehen.
Es schien sich um einen Wackelkontakt zu handeln, da durch noch ein
weiteres klopfen noch mehr auf dem Display zu sehen war. Als
nächstes wurde die Handsteuerbox aufgeschraubt.
Das Innenleben der Handsteuerbox.
Beim
Kontrollieren der einzelnen Bauteile auf der Platine sahen wir, dass
beim Quarz, der als Taktgeben fungiert, eine Lötstelle keinen
Kontakt mit der Platine hatte. Jetzt war klar warum sich das Display
nur so ruckhaft aufbaute, ohne die Signale vom Quarz stockte der
Rechner der Handsteuerbox natürlich und mit dem Klopfen bekam er
immer kurzzeitig Impulse damit er weitermachen konnte.
Hier der bereits wieder angelötete Quarz.
Nachdem
wir die Handsteuerbox wieder zusammen gebaut und das Ganze eingeschalte
hatten ertönte, nachdem das Logo auf dem Display vollständig
angezeigt wurde, ein Signalton, gefolgt mit der Anzeige verschiedener
Koordinaten. Kurz darauf ertönte nochmals ein Signalton und
anschl. die Anzeige im Display, dass keine Verbindung zum RA-Motor
bestünde. Wir bauten nun den großen blauen Deckel an der
Montierung ab, hinter der wir die Motoren vermuteten. Zum Vorschein
kamen die beiden Motoren und eine weitere Platine. Nun wollten wir
prüfen ob die Motoren funktionieren, dazu stellten wir ein
Netzteil auf 12 Volt ein und stellten den Kontakt zum 1. Motor her.
Dieser fing sofort zu laufen an und zeigte uns eine Stromaufnahme von
0,20 Ampere an, sowohl vor- als auch rückwärts. Der 2. Motor
ging auch, jedoch bei einer Stromaufnahme von 3,5 Ampere, das war
natürlich viel zu hoch. Als wir den Motor zerlegt hatten
dachten wir erst dass sich etwas zwischen den Schleifkontakten
abgelagert hatte was einen Kurzschluss erzeugt.
Hier der bereits gereinigte Zwischenraum zwischen den Schleifkontakten.
Ein weiterer Test brachte leider
das gleiche Ergebnis, Stromaufnahme von 3,5 Ampere, an den
Schleifkontakten lag es also nicht. Als wir den Motor offen hatten war
uns auch aufgefallen, dass eine Wicklung eine dunklere Farbe als die
anderen hatte. Konnte es sein, dass diese Wicklung geschmort war und
einen Kurzschluss verursachte der die hohe Stromaufnahme hervorrief?
Die dunklere Wicklung sogar mit schwarzen stellen.
Beim betrachten der Platine, die die Motoren steuert, viel uns dann noch eine weiterer Fehler auf.
Ansteuerplatine für beiden Motoren, oben für den RA und unten für den DEC Motor.
Im linken Teil ist der Netzteilanschluß, der Schalter und der Anschluß für die Handsteuerbox zu sehen.
Durch die hohe Stromaufnahme des Motors brannte dann offensichtlich der Transistor für die RA-Achse durch.
Leider etwas unscharf, aber deutlich sichtbar der defekte Transistor.
Einen Ersatzmotor
habe ich mir inzwischen besorgt, leider sind da aber auch ein paar
Umbauarbeiten notwendig, da der Impulsgeber nicht ganz komplett war.
Alter Motor, zerlegt.

Neuer Motor, ohne kompletten Impulsgeber.
Die Ersatztransistoren sind auch bereits bestellt, leider können diese erst in der 38. KW geliefert werden.
Natürlich werden wir nicht nur den offensichtich defekten
Transistor wechseln, sondern alle Transistoren für die beiden
Steuerungen.
Die Reperatur
Als
erstes ging ich nun daran den Ersatzmotor umzubauen. Dazu musste nur die
Platine am hinteren Ende des alten Motors abgelötet und an den neuen Motor
wieder angelötet werden. Jetzt
musste ich nur noch den Drehgeber und den schwarzen Deckel draufmachen.
Bereits wieder eingebauter Motor.
Überraschenderweise kamen die Transistoren bereits mitte der 36. KW und wir begannen am Freitag die Transistorlötaktion. Innerhalb einer Stunde
waren dann alle 4 Transistoren neu eingelötet und die Platine in die Montierung
eingebaut.

Platine mit den 4 gewechselten Transistoren.
Bei einem
1. Test gleich nach dem Löten schien die Montierung bestens zu funktionieren, was ein Test bei
Nacht aber noch zeigen sollte.

Die Bosma EM
11-A bereit zum Einsatz.
Der 1. Test
Am Abend
war dann der Himmel so weit klar, dass ich den 1. Test durchführen konnte. Ziel war es
mit der grob nach Polsucher ausgerichteten Montierung, eine Aufnahme des Zentralgebietes
von M 31 zu machen. Nach dem groben Ausrichten wurde M31 mit der Handsteuerbox
ausgewählt, woraufhin sich die Montierung wie von Geisterhand in Bewegung
setzte. Nach dem Signalton sah man im Okular dann M 31 am rechten Rand stehen.
Nun wurde die Galaxie mittels der Steuerbox im Okular zentriert und anschließend
die Kamera ans Teleskop gehängt. Es folgten 60 Aufnahmen mit je 10 Sek. und im Anschluss
noch 11 Dark’s. Nach der
Bearbeitung mit CCD Stack kam dann diese Ergebnis heraus.
Zentralgebiet
von M 31, Skywatcher 80/400 60 x 10 Sek. mit der DMK 21AU41.AS
Ich denke
dass ich mir mit der Bosma EM 11-A zu diesem Preis durchaus ein Schnäppchen ins
Haus geholt habe.
Ein recht
herzlicher Dank geht an meinen Nachbarn Toni, ohne dessen elektronische
Kentnisse ich diese Projekt niemals hätte verwirklichen
können.